Eine Soziologie der Weltbeziehung
Wenn Beschleunigung das Problem ist, kann Resonanz vielleicht die Lösung und als eine Soziologie des guten Lebens gelesen werden. Müssen wir nicht unseren Blick auf die Beziehung zur Welt richten, die dieses Leben prägt und die dann, wenn sie intakt ist, Ausdruck stabiler Resonanzverhältnisse ist? Um dies zu begründen, präsentiert Rosa zunächst das ganze Spektrum der Formen, in denen wir eine Beziehung zur Welt herstellen, vom Atmen bis hin zu kulturell ausdifferenzierten Weltbildern. Dann wendet er sich den konkreten Erfahrungs- und Handlungssphären zu – Familie und Politik, Arbeit und Sport, Religion und Kunst –, in denen wir Menschen Resonanz zwar suchen, aber immer seltener finden. Das hat maßgeblich mit der Steigerungslogik der Moderne zu tun, die sowohl Ursache als auch Folge einer gestörten Weltbeziehung ist, und zwar auf individueller wie kollektiver Ebene. Auch die Krisen der Gegenwartsgesellschaft lassen sich resonanztheoretisch analysieren, wie Rosa in seiner Soziologie der Weltbeziehung zeigt. Rosa kritisiert das Streben nach Kontrolle und Verfügbarkeit und bietet mit der Idee der Resonanz ein alternatives Konzept jenseits von Entfremdung, das in Bildung, Politik und Alltag anwendbar ist und eine tiefe menschliche Verbundenheit ermöglicht.
Im Kurs werden wir das Verständnis von Rosas Begriff der Resonanz und der Beschleunigungskritik sowie die Verbindung von Rosas Theorie mit aktuellen sozialen Phänomenen (Arbeitswelt, Kommunikation, Politik) erarbeiten.
Hartmut Rosa, geboren 1965, ist Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt
Lektüregrundlage: Hartmut Rosa, Suhrkamp Verlag 2019, 9783518298725 3
Wann: 6x vom 12. Januar bis 08. Juni 2026, jeweils von 17 bis 19 Uhr
Ort: Bibliothek Hombruch
Kosten: 80,- Euro
Beginn: 13. Januar 2025
Leitung: Heide-Marie Nolte
Anmeldung per E-Mail an h.nolte@kulturtube-nrw oder telefonisch unter 0231 44006840