2. Autorenporträt 2026

Foto von Thomas Victor, Courtesy Harriet M. Spurlin

Elias Canetti – der Menschenerklärer


Ich möchte in meinem Leben vollkommen präsent sein – genau dort sein, wo ich gerade bin, ganz bei mir selbst sein, meine volle Aufmerksamkeit auf die Welt richten, die auch mich einschließt“ (Zitat Susan Sontag)

Wer ist Susan Sontag?

In einem Autorenporträt beleuchten wir Sontags Perspektiven auf Identitätspolitik, die Ökologie des Digitalen und die Pflicht, mehr zu sehen, zu hören und zu fühlen mit der Frage, wie Susan Sontag heute auf unsere Zeit schauen? 

Sontags Leben als Ikone provokanter Kulturkritik, prägt bis heute Debatten über Öffentlichkeit, Ästhetik und Medienlandschaft und liefert uns Impulse zu Literatur, Politik und Medien im Krisenmodus unserer Gegenwart.

Unser Leitmotiv wird sein: Mit und nach Sontag unsere Gegenwart in den Blick nehmen. 

Kernpunkte ihrer Kulturkritik:

  • Gegen Identitätspolitik: ICH-freies Schreiben, Distanz zur Autobiografie, Folgen für Gegenwartsliteratur.
  • Ökologie des Digitalen: Bilder-Sucht, Fotozeitalter, Balance zwischen Bildern und realer Welt; “Ökologie der Bilder” als Gegensteuer.
  • Fühlend denken: Mehr-Sehen, Mehr-Hören, Mehr-Fühlen in einer Ära smarter Maschinen; Denken als Form des Fühlens.
  • Gegenwärtige Relevanz: Präsenz, Aufmerksamkeit und Verantwortung in Politik, Medien und Kunst.

Ziel:

Sontags Intensität der Präsenz anhand ihrer Biografie, ihren Essays, Kurzgeschichten und provokanten Appellen an den Kunstbetrieb beleuchten und aktuelle Bezüge (Ukraine, Kriegsdarstellungen, Kulturkritik) für einen Diskurs herstellen. Sontags Texte fordert uns Lesende heraus. Unsere Aufgabe im Kurs wird sein, ihre Texte kritisch zu lesen, Argumente dafür und dagegen zu prüfen und ihre Thesen mit der heutigen Zeit abzugleichen

Lektüregrundlage:

Susan Sontag: STANDPUNKT BEZIEHEN; Fünf Essays
Reclam: 10372. Um die aufgeführten Thesen zu vertiefen, werden im Kurs Textauszüge von aus „Die helle Kammer“ und der Essay „Der Tod des Autors“ von Roland Barthes sowie in Auszügen der Aufsatz von Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit bereitgestellt.

Ort: Bibliothek Dortmund-Hombruch, Harkortstr. 58 
Zeiten: Juli bis Dezember 2026, von 17 bis 19 Uhr
Beginn: 20. Juli 2026
Kursgebühr: 70,- €,
Kursleitung: Heide-Marie Nolte 
Anmeldung: h.nolte@kulturtube-nrw.de 

Bild von Heide-Marie Nolte
Heide-Marie Nolte

Als Buchhändlerin und Studentin der Germanistik, Philosophie und Kulturwissenschaften wurde Literatur zu meiner Lebensmission.

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